2026 - Kurztrip nach Norwegen

Jeder der mich ein bisschen kennt, oder diese Seiten schon überflogen hat, weiss, dass ich gerne auf das ein oder andere Rock- und Metal-Festival gehe. Auch für 2026 war da was geplant. Als kleiner Angestellter muss ich da natürlich immer schauen, wer, wie, wann im Urlaub ist, passt das mit dem Festival, oder vielleicht sogar mit einem Brückentag, um noch einen zusätzlichen freien Tag raus zu holen, und kann man das vielleicht sogar ein Festival mit dem Jahrsurlaub verbinden. Nunja, irgendwann war klar, welche Festivals ich besuchen will und dass es tatsächlich ein kombinierter Urlaub wird, Erholung und so, und mit Festival. Wo es in den Urlaub hingeht steht ja schon in der Überschrift, die Festivals kommen dann erst später, aber da will ich diesmal nicht so viel dazu schreiben, auch wenn ich es gerne erlebe, für andere ist es vermutlich eher Wiederholung und wenig interessant.

Aber der Reihe nach. Festivaltickets sind gekauft, der Urlaub eingereicht und genehmigt, dann können wir ja mal anfangen weiter zu planen. Von meinem aktuellen Wohnort in der Schweiz ist es ja ne ganze Ecke bis nach Norwegen. Aber es gibt ja den Autozug von Lörrach nach Hamburg, über Nacht, da wäre schon mal ein gutes Stück Strecke gemacht. Also prüfen wir das näher, und schwupps, also so nach 20x hin und her überlegen, und einige Wochen später, war der Platz auf dem Zug gebucht. So, sind wir schon mal in Hamburg. Bis Norwegen sind es aber immer noch einige hundert Kilometer, also prüfen und planen wir weiter, wie ich diese hunderte Kilometer möglichst entspannt hinter mich bringen könnte. Es gibt ja einige Fährverbindungen, die Öresund-Brücke von Kopenhagen nach Malmö wollte ich auch mal befahren, da kann man schon ins Grübeln kommen. Und dann hat auch noch der Niko anfangen zu überlegen, ob er seinen Urlaub etwas verlängert und sich anschliesst und mit kommt nach Norwegen. Wieder ein paar Wochen später war das aber wieder vom Tisch und ich habe quasi wieder von vorne angefangen zu überlegen, welche Route mich am besten nach Norwegen bringt. Letztendlich habe ich mich für die Fähre von Kopenhagen nach Oslo und zurück entschieden. Preis-Leistung und der relativ einfache Anfahrtsweg von Hamburg haben die Entscheidung begünstigt.

Wäre das auch erledigt. Das hat was, da werde ich am Freitagabend in der Schweiz losfahren, und bin 39 Stunden später in Norwegen. Relativ entspannt also die ersten rund 1.400 k Luftlinie hinter mich gebracht. Und preislich vermutlich nur unwesentlich teurer, als wenn ich das Ganze auf eigener Achse fahren müsste. Und da ich ja nur einen Kurztrip plane, ist diese Variante auf alle Fälle besser, da ich eben viel schneller da bin wo ich hin will. Sehr schön, dann kann der Urlaub ja kommen – dauert aber noch, ist ja schliesslich erst Ende März. Nur noch 2,5 Monate…

Die Zeit vergeht, die Planungen hängen wie immer hinterher. Aber für Norwegen muss man nicht viel planen. Man könnte das Zelt aufbauen wo man will, und egal wo man fährt, man hat einfach geniale Strassen und Landschaften, um nie wirklich falsch zu liegen. Aber oh weh, die erste Fahrt mit der BMW hat schon fast nicht stattgefunden, die Batterie ist leer. Starterblock ist vorhanden, das kriegen wir hin für die erste Fahrt. Aber selbst nach einigen hundert Kilometer hat sich die Batterie nicht dazu überreden lassen sich nochmal ordentlich aufzuladen. Und auch die Fahrerei selbst hat ständige Vibrationen und Schläge aus dem Antriebsstrang zu verkraften, das fühlt sich nicht richtig an. Kurz mal alte Rechnungsbelege geprüft, und stelle fest, die aktuell verbaute Kardanwelle ist nun auch schon wieder so lange drin, dass sich das Gefühl durchaus als tatsächlich auftretender Schaden herausstellen könnte. Also noch fix eine neue Kardanwelle bestellt, in der Werkstatt angerufen und gefragt ob ich mal noch vorbeikommen kann, dass ich das Dingens wechseln kann, und, da ich weiss was das für ein Gefummel ist, bei Bedarf noch ne dritte Hand zur Verfügung habe. Mein Alternativvorschlag gefiel aber besser, der Werkstattmeister wechselt selber und ich bediene den Grill. Und so kam es, dass ich rund eine Woche vor Urlaubsbeginn, mit nem Koffer voller Fleisch in die Werkstatt gerollt bin und das Werkstattgrillen 2.0 ins Leben gerufen habe. Als fürsorglicher Werkstattmeister meinte Sam, ob der Vorderreifen wirklich noch gut ist, was ich lächelnd abgetan habe. Zwei Hinterreifen sind locker drin für einen Vorderreifen, und der zweite hinten kam eben erst drauf, das passt schon.

Prima, Batterie neu, Kardanwelle neu, Vorderreifen noch mehr als ausreichend. Also gut, das wäre erledigt. Und schon bei der Rückfahrt hat sich der Popometer so viel besser angefühlt und es waren deutlich weniger Vibrationen und Schläge zu spüren. Es war die richtige Entscheidung die Kardanwelle noch zu tauschen.

Dann kann ich ja auch langsam anfangen zu packen. Da ich es im Urlaub entspannt angehen wollte, habe ich überlegt, vielleicht sogar einen Tag wandern zu gehen, also müssen die Wanderstiefel auch mit, und dann hat man, trotz grosser Koffer auf einmal keinen Platz mehr für den kleinen Tagesrucksack. Aber, man erinnert sich, und weiss wie Abhilfe zu schaffen ist, und schnallt sich ein kleines Kistchen auf den Babysarg, wo der Rucksack und darunter eventuell auch zwei Flaschen Wasser gut Platz finden.

Der letzte Arbeitstag, oder auch der erste Urlaubstag rücken näher. Die BMW steht mit einem Kilometerstand von 323.847 km fertig gepackt in der Tiefgarage – ich freue mich, dass es los geht.

12.06.2026, Tag 1 - von Zuhause bis ans Bahnterminal Lörrach (12 km)

Erstmal noch arbeiten, die Autozüge von Lörrach fahren nur im Sommerhalbjahr am Freitag oder Sonntag, da muss ich noch keinen Urlaub für nehmen. Geplante Abfahrt abends 1930 Uhr, das mit der geplanten Uhrzeit muss man ja immer dazu sagen bei der Deutschen Bahn.

geht eng her auf dem unteren Deck des Autoreisezugs, und kaum abgestellt, waren auch schon die Reifen fixiert
geht eng her auf dem unteren Deck des Autoreisezugs, und kaum abgestellt, waren auch schon die Reifen fixiert

Um kurz nach 1200 Uhr hatte ich Feierabend. Entspannt nach Hause, noch kurz die Haare schneiden und duschen, bisschen entspannen und dann los. Man sollte bereits um 1600 Uhr am Verladeterminal sein, eine Stunde früher als ursprünglich angegeben. Da hatte ich aber keine Lust dazu, es war viel zu warm, als dass ich dort ewig in der Sonne stehen wollte. Also erst um kurz vor 1700 Uhr los gefahren. Aber der typische Freitagabendfeierabendverkehr hat dafür gesorgt, dass ich für die paar Kilometer über 45 Minuten gebraucht habe. Zum Glück war ich nicht der letzte der mit dem Motorrad ankam, und es hatte tatsächlich den Vorteil, ich durfte direkt durchfahren, beziehungsweise auf den Zug fahren. Das war auch eine nicht ganz einfache Übung. Mein Motorrad ist mit Windschild rund 1,55 m hoch, die untere Ebene wo alle Motorräder geparkt wurden gerade mal 1,6 m hoch. Also irgendwie schief auf dem Motorrad sitzen und mit schleifender Kupplung am Windschild vorbei schauend über die Berg- und Talstrecke den komplette Zug vor fahren. Kaum war der Motor aus, kam schon ein Mitarbeiter der Bahn um das Motorrad zu verzurren. Schnell das extra vorbereitete Täschchen aus dem Koffer genommen und los marschiert das Abteil suchen, wo ich die Nacht  über hausen werde. Bin mal gespannt, was ich für Mitreisende hier haben werde. Noch knapp zwei Stunden bis zur Abfahrt, Zeit für das erste Urlaubsbier, oder zwei. Dann wurden wir zum einsteigen aufgefordert – es geht los. So der Plan. Aber wie das halt so ist bei der Deutschen Bahn. Die beiden Zugteile aus Autotransport und Personentransport waren schnell zusammen gekoppelt, auch die Lok war schnell umgesetzt an die Front des Zuges, und dann ging nichts mehr. Ein Zug der Deutschen Bahn blockiert das Gleis, und es ist kein Lokführer da, der ihn wegfahren kann. Und so verging Minute um Minute, oder schon fast Stunde um Stunde… Um kurz nach 2130 Uhr ging es dann endlich los. Meine Mitreisenden im Abteil, drei Schweizer und ein Elsässer waren alles lustige Zeitgenossen und wir haben uns gut unterhalten und Bierchen getrunken, hat Spass gemacht. Aber irgendwann sollte man dann doch schlafen und wir haben die Kojen ausgeklappt. Man sollte schlafen….

13.06.2026, Tag 2 - Hamburg nach Kopenhagen (363 km)

…. aber auf einem Brett kann ich einfach nicht schlafen, und so habe ich halt mehr schlecht als recht vor mich hingedöst, bis morgens um kurz vor 0600 Uhr die Durchsage kam, dass wir pünktlich in Hamburg Altona ankommen würden und es gleich Frühstück gibt. Der Kaffee war gut, das Brötchen und süsse Stückchen ebenfalls, ich hab in Hotels schon schlechteres Frühstück bekommen, der Tag startet gut.

nur zehn Minuten Verspätung, lassen wir mal als pünktlich gelten, Ankunft in Hamburg-Altona
nur zehn Minuten Verspätung, lassen wir mal als pünktlich gelten, Ankunft in Hamburg-Altona

Um kurz vor halb neun war ich vom Zug runter. Das Navi war bereits programmiert. Gute 350 km hatte ich vor mir, inkl. Fehmarnbelt-Fähre. Um 1500 Uhr muss ich in Kopenhagen sein. Da ich nicht vor hatte, grosse Umwege zu fahren, sollte das gut machbar sein. Trotzdem ist es recht sportlich. Tatsächlich war ich dann schon um 1430 Uhr in Kopenhagen am Fährterminal nach Oslo. Die Verladung der LKW hat eben begonnen, aber bis ich einchecken kann dauert es noch ein bisschen. Es ging ein ziemlich frischer Wind und immer wieder hat es getröpfelt. Ich war das einzige Motorrad, bis kurz bevor der Check-In geöffnet wurde. Ein Schwede kam daher gerollt und hat den Regen hinter sich hergezogen. Aber der freundliche Herr vom Hafen hat uns gewunken, dass wir vor fahren sollen, die Check-In -Schalter sind überdacht und wir sollen doch da warten. Man kommt ins Gespräch und die Zeit vergeht wie im Flug. Kaum eingecheckt, sind wir auf die Fähre gefahren, Mobbed verzurrt und ab ins Zimmer. Wollte erstmal duschen, nach den letzten eineinhalb Tagen auf Achse. Zimmernummer stand ja gross auf dem Anhänger den man

wir durften uns unterstellen, auch wenn der Check-In noch nicht geöffnet hatte
wir durften uns unterstellen, auch wenn der Check-In noch nicht geöffnet hatte

ans Motorrad hängen sollte. Aber als ich vor der Tür stehe, geht die Chipkarte nicht. Was ist denn das, so ein Mist. Aus dem Augenwinkel sehe ich dann aber zufällig, dass auf der Chipkarte eine andere Zimmernummer steht. Und siehe da, Sesam öffne Dich. Die Dusche hat richtig gut getan, dann wollen wir mal ein bisschen über das Schiff schlendern. Essen ist erst auf 1900 Uhr reserviert, aber Hunger habe ich jetzt schon, seit dem Frühstück nichts mehr gehabt.

Wie ich so über das Oberdeck des Dampfer wackel, treffe ich den Schweden wieder, und wir haben unser Gespräch vom Check-In wieder aufgenommen, welches wir dann zur Bar verlagert haben, und uns ein Bier gegönnt haben. Irgendwann durfte ich mich dann aber doch über das Buffet hermachen, was ich auch ausgiebig getan habe. Der Schwede hatte kein Buffet gebucht und sich ein anderes Restaurant für das Abendessen ausgesucht. Nach so viel Essen war dann aber nicht mehr viel los mit mir und ich habe mich zurück gezogen und mich bettfein gemacht. Wollte noch Pläne machen, wo ich morgen als erstes hinfahre, aber irgendwie ist das dann ausgefallen.

14.06.2026, Tag 3 - Ankunft in Oslo und Weiterfahrt nach Voss (444 km)

Eigentlich habe ich recht gut geschlafen, aber ich war trotzdem früh wach. Also habe ich mich mal über die Landkarte gebeugt und geschaut wo und wie ich am besten aus Oslo raus fahre und welche Richtung ich dann einschlage. Die Zeit ging so schnell vorbei, dass ich mehr oder weniger planlos zum Frühstück gegangen bin. Dabei kam mir die glorreiche Idee, ich könnte ja den Schweden fragen wie er fährt und mich ihm anschliessen, wenn er nichts dagegen hat. Und nachdem dann alles gepackt war, und die Aufforderung kam, sich auf das Parkdeck zu begeben, habe ich den Plan in die Tat umgesetzt. Als ich das Motorrad dann gepackt habe, fällt mir der Tachostand auf, und die Schnapszahl in den letzten drei Ziffern 324.222 km, lustig. Ein paar Minuten später haben wir gemeinsam die Fähre verlassen, und uns auf den Weg nach Westen, in Richtung der Fjorde gemacht.

die Fahrt durch den Oslo-Fjord, immer wieder schön, selbst wenn es bewölkt ist
die Fahrt durch den Oslo-Fjord, immer wieder schön, selbst wenn es bewölkt ist

Um dem Stadtverkehr möglichst zu entgehen, der sich doch bis Drammen ziehen kann, ging es elegant und zügig über die Autobahn raus aus der Stadt, bzw. den Städten. Und kaum ist man raus aus dem Ballungsgebiet wird es kurvig. Wir hatten einfach Spass am fahren, und haben das auch gemacht. Fahren, geniale Landschaft, geniale Strassen, so macht es einfach Laune. Irgendwann kamen dann die Tankstops, erst bei mir, dann bei dem Schweden. War dann auch gut, um sich mal die Füsse zu vertreten, wenn auch nur kurz jeweils. Über den Hardangervidda wurde es dann recht windig, aber die Sonne hat gescheint, was den kalten Wind etwas ausgeglichen hat. Vöringsfossen haben wir links, bzw. rechts liegen lassen, da dort die Touristenmassen nur so geströmt sind, und sind zügig auf die „Sauschwänzleroute“ hinunter nach Eidfjord gefahren. Nicht, dass diese 360° Tunnel schon aufregend genug sind, nein, die Norweger lassen sich noch andere spezielle Dinge einfallen. Um den Eidfjord zu queren gab es früher einige Fährverbindungen. Mittlerweile gibt es eine grosse Hängebrücke, die Hardangerbrua, die aus zwei Tunnels zu erreichen ist. Soweit so unspektakulär, das interessante dabei ist, dass in diesen beiden Zuführtunnel jeweils ein Kreisverkehr ist, mit jeweils drei Abgängen. Kaum aus dem einen Tunnel raus, ging es über die Brücke in den Nächsten. Noch ein Tunnel und ein paar Kilometer später haben wir das Etappenziel in Voss bei bestem Wetter erreicht. Und wer rechnen kann, wenn beim Start eine Schnapszahl auf dem Tacho steht, und man fährt eine Schnapszahl an dem Tag, steht am Ende des Tages wieder eine auf dem Tacho. In kurzer Hose und T-Shirt ging es zum Abendessen. Im Hotel gab es dann noch ein gemeinsames Bierchen, also natürlich jeder sein eigenes, und wir haben uns über die morgige Routen unterhalten. Da der Schwede nur fünf Tage hat, kann er nicht noch weiter nach Westen in die Fjorde fahren, ohne in Stress zu geraten für die Rückfahrt, also war klar, dass sich unsere Wege morgen wieder trennen werden.

der Ausblick aus meinem Hotel in die eine Richtung
der Ausblick aus meinem Hotel in die eine Richtung
der Ausblick aus meinem Hotel auf die andere Seite
der Ausblick aus meinem Hotel auf die andere Seite

15.06.2026, Tag 4 - Voss nach Bryggja (479 km)

Nach einem guten und reichhaltigen Frühstück ging es los. Als wir uns wenig später in der Tiefgarage getroffen haben, haben wir festgestellt, dass wir uns noch gar nicht vorgestellt hatten:

„Hallo, ich bin Magnus“

„Nett, Dich kennen zu lernen Magnus, ich heisse Eckhard“

- und los ging es.Wenige Kilometer später kamen wir am Tvindefossen vorbei. An dem dortigen Campingplatz habe ich auch schon mal Rast gemacht für eine Nacht, daher gab es jetzt keinen Fotostopp, obwohl es ja ein schöner Wasserfall (Bild 66 in der Bildergalerie) ist. Aber derer gibt es in Norwegen ja einige, und ich habe bestimmt wieder viel zu viele Bilder davon gemacht. Also, weiter ging es Richtung Norden beziehungsweise Osten. Den 25km-Strassentunnel haben wir unter uns gelassen und sind stattdessen über das Aurlandsfjellet gefahren, ist einfach kurviger und schöner. Die Fähre über den Lustrafjord ging es noch gemeinsam und wenige Kilometer später, in Sogndalsfjora haben sich unsere Wege getrennt.

auf dem Aurlandsfjellet liegt noch etwas Schnee
auf dem Aurlandsfjellet liegt noch etwas Schnee

Magnus ist weiter nach Nordosten gefahren, während ich wieder das äussere Fjordland im Westen angesteuert habe. Magnus hatte mir noch ein paar Tipps gegeben, wo ich unbedingt langfahren sollte, und diese waren wirklich traumhaft. Den Reifen ringsrherum gebraucht und es ordentlich laufen lassen. Und immer wieder einen Stopp eingelegt, um die traumhaften Ausblicke zu geniessen, wenn auch nur kurz. Schliesslich hat das Fahren so viel Spass gemacht, da wollte ich möglichst viel davon mitnehmen. Einige hundert Kilometer später war es dann Zeit mir ein Plätzchen für die Nacht zu suchen. Aber erst noch schnell etwas zum essen einkaufen, dass ich mir später noch was kochen kann. Ein Platz für das Zelt war dann gar nicht so einfach gefunden, wenn links Wasser und rechts Berg und dazwischen Strasse, passt das halt nicht. So habe ich letztendlich einen Campingplatz angesteuert, wo ich mein Zelt bei kräftigem Wind aufgebaut habe. Bis ich aber anfangen konnte mit kochen, hat es noch ne Weile gedauert. Mein toller Benzinkocher lag einfach zu lange ungenutzt rum, weswegen ich hier erstmal eine komplette Wartung durchführen musste, bevor das Ding wieder funktioniert hat. Nach dem Essen noch kurz das Geschirr gespült und es war Zeit ins Bett zu gehen.

Abfahrt vom Aurlandsfjellet im Erdalen
Abfahrt vom Aurlandsfjellet im Erdalen
Aussichtspunkt vom Bordalen-Pass
Aussichtspunkt vom Bordalen-Pass
da wo ich bin ist schön Wetter
da wo ich bin ist schön Wetter

16.06.2026, Tag 5 - Bryggja über Krakenes nach Alesund (364 km)

Karibikstrände in Vedvik
Karibikstrände in Vedvik

Der Wind hat nachgelassen über Nacht, so konnte ich das Zelt ohne grosse Komplikationen wieder zusammenrollen und einpacken. Meine Zeltnachbarn meinten, ich solle doch noch einen Abstecher nach Krakenes und dem Südseestrand Norwegens machen, was ich dann auch gemacht habe. Hatte nicht wirklich einen Plan wo ich heute hinfahren will, da kommt so ein Tipp dann gerade Recht. Mein früher Start um kurz vor acht Uhr morgens, war dann auch genau richtig, um diese Punkte anzufahren, bevor Horden voller Touristen von den Kreuzfahrtschiffen, welche unweit in Maloy halt machen, heran gekarrt wurden. Glück gehabt, sowohl was die freie Sicht, als auch die freien Strassen anbelangt hat. Das Westkapp habe ich dann allerdings links liegen lassen, da ich nicht nochmal eine Sackgasse von rund 45km fahren wollte. Eine derartige Strasse pro Tag reicht dann auch, mir zumindest. Einige Kilometer später kam ich dann an den Eiksundtunnel. Und habe ich vor elf Jahren beim Nordkapptunnel noch geschrieben, dass ich noch nie tiefer als dort gesunken bin, nämlich 212 m unter Meer, ging es hier noch einmal ein paar Meter weiter nach unten. 287 m unter dem Meer, noch tiefer geht es nur etwas weiter südlich bei Stavanger durch den Ryfylketunnel. Der tiefste Punkt liegt dort bei 292 m unter dem Meer, ob ich den jemals fahre weiss ich nicht, 14,4 km lang, ist schon ziemlich ätzend mit dem Motorrad. Und der im Bau befindliche Rogfasttunnel, sollmit 27km Länge irgendwann mal, knapp 400 m unter dem Meeresspiegel seinen tiefsten Punkt haben.

Geile Karre vor der Brücke in Maloy
Geile Karre vor der Brücke in Maloy
Alesund
Alesund

Aber zurück zu meiner Tour. Natürlich habe ich mir schöne kurvige Strecken ausgesucht, wollte aber auch andere Strecken fahren, als die welche ich schon mal hatte. So kam es, dass auch Trollstigen rechts meiner Route ausgeklammert blieb und ich mich weiter im äusseren Fjordland rumgetrieben habe, um mich spontan abends in Alesund in einem airBnB einzuquartieren. Und auch wenn es diesmal keine Schnapsszahl war, die runde „5002 auf dem Tacho ist schon auch eine Punktlandungs. Das viele sitzen hat mich dann auf die blöde Idee gebracht, ich könnte ja mal wieder laufen, nicht dass ich heute schon genug gewandert wäre, aber so habe ich mich zu Fuss aufgemacht, die 418 Stufen zum Aksla Aussichtspunkt hinaufzusteigen. Was für eine blöde Idee, wo es doch eine so gute Strasse dort hin gibt. Ein klein wenig noch durch die Stadt gewandert, bevor ich mir mein Abendessen besorgt habe und mich dann in meinem airBnB um selbiges gekümmert habe. Natürlich bietet die Stadt noch ein bisschen mehr, aber ich hab ja auch nicht allzu üppig Zeit, weswegen ich es diesmal bei einem kleinen Rundgang belassen habe. Das Feierabendbierchen habe ich mir auf der Terrasse vor dem Haus gegönnt, bevor ich mich nach einem anstrengenden Tag, der ja nicht nur aus fahren, sondern auch kleinen Wanderungen um Krakenes bestand.

17.06.2026, Tag 6 - Alesund nach Trondheim (486 km)

Ein Kühlschrank zu haben hat schon Vorteile, da kann man auch mal was für´s Frühstück einkaufen. So habe ich mich nach einem gemütlichen Frühstück auf den Weg gemacht. Ich hatte sogar einen Plan. Nachdem ich die letzten Tage mit dem Wetter richtig Glück gehabt habe, sollte es morgen im gesamten Süden von Norwegen regnen. Also habe ich beschlossen nach Trondheim zu fahren, und den Regentag zum Kulturtag in der Stadt zu machen. Die Route entlang der Küste, inklusive der „Columna Transatlantika“ von Bug bis Kristiansund war auch perfekt gewählt. Eine der berühmtesten Brücken liegt an der Atlantikstrasse kurz hinter Vervang – die Hulvagin sita. Ja, ich hatte Spass beim fahren, und den

darf in keinem Bericht aus Norwegen fehlen - ein Foto der Hulvagbrua als Teil der Antlatikstrasse
darf in keinem Bericht aus Norwegen fehlen - ein Foto der Hulvagbrua als Teil der Antlatikstrasse
der "Halo" hat das Bild dort abgerundet
der "Halo" hat das Bild dort abgerundet

vielen Fotostopps. Wenn man das Navi anschaut, welches jeweils einen Punkt setzt wo man angehalten hat, dann ist das eher eine rote gepunktete Linie, als eine durchgezogene blaue Linie. Kurz hinter Nordheim ging die Tankleuchte an. Bis zum nächsten grösseren Ort sollte es noch knapp 70 km sein. Das passt, rund 90-100 km habe ich noch. Als die Strassenbeschilderung eine Alternativroute angezeigt hat, habe ich überlegt ob ich es wagen soll. Besser nicht, wer weiss ob es dort eine Tankstelle gibt. Und während ich so überlege, ist das Mobbed schon auf die Alternative Route abgebogen. Gut, das sind rund 25 km mehr, als ursprünglich gedacht. Aber hey, wird schon schief gehen. Und es ging schief – nicht! Diese Strasse, unfassbar, keine 200 m geradeaus, Kurve an Kurve, da wurde nicht nur dem Mobbed schwindelig, auch der Fahrer hat sich ein Loch gefreut. Die Reifen ringsrum genutzt, das ein oder andere Mal den Seitenständer über den Asphalt gezogen in einer der Kurven, genial. Ganz vergessen sparsam zu fahren, es war zu schön. Als ich letztlich an der Tankstelle ankam, und nur 23 Liter (von 24 möglichen) getankt habe, dachte ich, dass ich mal wieder alles richtig gemacht habe. Ein paar Schotterstrassen später, bin ich gute zwei Stunden später in meinem Hotel in Trondheim angekommen. Kurz duschen und dann los etwas zum Abendessen suchen. Die Empfehlung des Hotels war aber, naja. Das Essen war gut, aber es ist mir suspekt, wenn ich in ein Restaurant gehe, und keine Bedienung habe, sondern über eine App bestellen und bezahlen soll. Ich bezahle doch für den Service, dachte ich zumindest, und der umfasst in meinen Augen auch Beratung.

auf der Fähre von Seivika nach Tommervag
auf der Fähre von Seivika nach Tommervag
Abends in Trondheim
Abends in Trondheim

18.06.2026, Tag 7 - Trondheim (19,9 km zu Fuss)

Regen, tatsächlich, hat die Wetterapp mal nicht gelogen. Gut, dann war meine Planung ja richtig. Es war nicht wirklich starker Regen, meist ein leichtes nieseln, oder ein etwas nasser Nebel, also so, dass man eigentlich gut zu Fuss unterwegs sein konnte. Gestern habe ich mir noch einen Stadtplan geschnappt am Bahnhof, so konnte ich heute relativ organisiert los marschieren. Erstmal Richtung Hafen, da steht so ein komisches halb verrottetes Gebäude, was ich bis jetzt noch nicht herausbekommen habe, ob und für was das noch genutzt wird, sah aber interessant aus. Auf dem Weg dorthin entlang des Hafens, denke ich so bei dem einen Gebäude, dass das bestimmt auch mal ein Bunker war, konnte aber nichts auf den Beschilderungen finden dazu. Also weiter ging, An zwei Hochbunkers, die aussehen wie ein Getreidesilo vorbeigekommen und einem alten Megaphone. Dieses war so ausgerichtet, dass wenn man durchblickt, die Festungsinsel Munkholmen sieht.

"Albuskjell Oljerigg" - was auch immer...
"Albuskjell Oljerigg" - was auch immer...
Der Dom von der Festung aus gesehen
Der Dom von der Festung aus gesehen

Leider war auch hier die Beschriftung mangelhaft, weswegen ich keine weiteren Infos dazu habe. Weiter ging es bis zu dem ominösen Gebäude. Als ich fast vorbei war, um es von der anderen Seite zu fotografieren, fliegt eine Krähe aus dem Gebäude in meine Richtung und setzt sich auf ein Schild und singt mich an. Naja, es war eher ein böses singen, aber ich hab mir nichts weiter dabei gedacht. Meine Fotos gemacht und wieder zurück gelaufen, die Krähe sitzt noch immer und schreit noch lauter. Wie ich halt so bin sag ich zu ihr „Hallo Krähe, ich tu Dir schon nichts“, was sie aber noch viel wilder hat werden lassen, und dann abgehoben und zum Sturzflug auf mich angesetzt hat. Ich musste mich wegducken, sonst hätte sie mich voll erwischt, das zischen der Flügel war unüberhörbar. Es wurde Attacke um Attacke geflogen, und erst als ich wieder rund 100 m, von unserem ersten Begegnungspunkt entfernt war, hat sie von mir abgelassen. Keine Ahnung, an wen oder was ich sie erinnert habe.

Die alte Brücke - wer sie überquert, soll Glück erhalten
Die alte Brücke - wer sie überquert, soll Glück erhalten
der Dom - schon ein gigantisches Bauwerk mit den vielen Details
der Dom - schon ein gigantisches Bauwerk mit den vielen Details

Nächstes Ziel war die Kristiansten Festung oberhalb des Stadtzentrums Ein bisschen Geschichte, die Sonderausstellung zur Geschichte der Festung war umsonst, und mal kurz auf die Toilette. Und jetzt weiss ich, was ich auch mal brauche wenn ich gross bin – eine offene Feuerstelle im Vorraum zum WC. Eindeutig, ganz wichtig. Beim verlassen des WC noch schnell einen Blick in die alte Brunnenanlage geworfen, aber dem Geruch nach zu urteilen, haben die dort höchstens Öl gefördert und kein Wasser. Aber was weiss ich schon. Auf dem Weg zurück ins Stadtzentrum noch einen kurzen Zwischenstopp am Fahrradlift. Für alle faulen Radler, wird man mit diesem Ding, den Berg hochgeschoben. Wie es genau funktioniert habe ich aber nicht verstanden, und leider war keiner in der Nähe, der auch nur den leisesten Anschein machte, es zu demonstrieren. An der alten Stadtbrücke habe ich mich in ein Café gesetzt und mir einen grooossen Kaffee und ein süsses Stückchen für den Mittag gegönnt. Weiter ging es dann zum Dom, sehr beeindruckend. Gefragt ob auch die Möglichkeit besteht, die Türme zu besteigen, was damit beantwortet wurde, dass man die Tickets dafür im Innenbereich kaufen könne. Also los und gleich das Ticket besorgt. Dabei gelernt, dass man nur nach oben darf, wenn man nicht zu stabil ist und nicht unter Klaustrophobie leidet.

im Dom, wer errät die Perspektive?
im Dom, wer errät die Perspektive?
von oben hat man ein andere Sicht der Dinge, was man von unten nur erahnen kann
von oben hat man ein andere Sicht der Dinge, was man von unten nur erahnen kann

Interessante Einführung, aber als es die Treppen nach oben ging, wurde mir schnell klar, dass das kein Spass war. Ich bin ja jetzt nicht sonderlich breit, aber wenn selbst ich quer gehen muss, um die Treppen zu besteigen, ist es schon sehr eng. Oben angekommen gerade eine Regenpause erwischt und die Aussicht und Architektur bewundern können. Und wieder einmal kommt die Frage auf, warum wir heute unsere rechteckigen Gebäude als fortschrittlich bezeichnen, und nicht annähernd in der Lage sind, zu was Ingenieure und Architekten vor hunderten von Jahren, ohne Computer zustande gebracht haben. Wieder unten, noch alle anderen Ecken des Doms besichtigt, und dann auch noch den Aufbewahrungsschrank des Talars bewundert, der einen Brand vor vielen Jahrzehnten überstanden hat. Das Besondere an dem Schrank, er war horizontal, und hatte genau die Form des Talars, da dieser nicht gefaltet werden durfte – Sachen gibt´s. Nachdem ich dann auch von aussen meine Fotos noch gemacht habe, hat sich doch tatsächlich der Akku von der Kamera verabschiedet. Also kurz mal zurück ins Hotel. Nach den ersten rund 12 km auch nicht verkehrt, mal die Füsse hochlegen und die Kamera wieder ein Stück weit laden. Lustig, kaum im Hotel, hat es anfangen richtig zu schütten, gut getimt also. Nachdem ich beschlossen habe, dass ich genug Strom hab, und es auch aufgehört hat zu regnen, ging es los zum zweiten Teil. Bischofsresidenz, Speicherstadt und das neue Hafenviertel mit seinen Restaurants und Bars. Aber auch dieser Tag geht zu Ende, morgen gehen wir wieder Mobbed fahren.

die grosse Orgel im Dom von Trondheim
die grosse Orgel im Dom von Trondheim

19.06.2026, Tag 8 - Trondheim nach Tverrbygda / Vinstra (458 km)

Da für den Westen und das Fjordland immer noch Regen vorhergesagt ist, habe ich beschlossen einen kleinen Abstecher ins Landesinnere zu fahren. Von Trondheim nach Röros, der kältesten Stadt Norwegens und weiter über das Ringebu-Fjell wieder Richtung Westen. Das war der Plan. Die Route führte, mal wieder entlang malerischer Flussläufe, mit tollen Bergpanoramen. Von den kühlen Temperaturen, die auch für das Landesinnere angekündigt waren, war nichts zu spüren. In Röros war es gar so warm, dass ich kurz überlegt habe, den kleinen Stadtrundgang sein zu lassen, weil mir sonst die Brühe aus den Motorradstiefeln läuft. Aber wenn wir schon grade da sind, dann wollen wir das auch

Achtung - es könnte ein Zug kommen
Achtung - es könnte ein Zug kommen
die alte Eidet bru am Hyttfossen
die alte Eidet bru am Hyttfossen
die "Pipi-Langstrumpf-Gasse" sieht im Sommer irgendwie weniger spannend aus als im Winter
die "Pipi-Langstrumpf-Gasse" sieht im Sommer irgendwie weniger spannend aus als im Winter

machen. Im Winter kenne ich das ja schon, im Sommer hat es nochmal einen ganz anderen Flair. Weiter ging es über Tynset, Alvdal und Folldal bevor ich endlich zum Ringebu-Fjell kam. Die Strecke bis dort, hatte ich aus dem Winter spannender in Erinnerung, aber so unterschiedlich die Jahreszeiten, so unterschiedlich auch der Anspruch. Aber gelegentliche Stopps haben jeweils ein nettes Gespräch mit sich gebracht, und wer weiss, vielleicht meldet sich der ein oder andere nochmal, wenn er auf meiner webseite, von den Begegnungen liest. Das Ringebu-Fjell selbst ist aber sommers wie winters eine Reise wert, einfach schön da. Der Himmel verdüsterte sich aber zusehends, wie angekündigt, und es wurde Zeit mir eine Bleibe für die Nacht zu suchen. Aufgrund des angekündigten Regens habe ich einen Campingplatz angesteuert, und mir dort eine der Hütten gemietet, will ja morgen kein nasses Zelt einpacken. Der Platz war sensationell schön, sauber, ruhig und günstig. Oft wurden die Hütten zu Unpreisen angeboten, hier ist man einfach auf dem Teppich geblieben. Selbst für Zelte wurden Flächen extra begradigt, und nicht wie auf vielen anderen Plätzen, einfach dem Hang überlassen. Echt toll. Die Zutaten für das Abendessen habe ich bereits gekauft, noch kochen, spülen, Bett.

auf dem Ringebu-Fjell war ich nahezu alleine
auf dem Ringebu-Fjell war ich nahezu alleine

20.06.2026, Tag 9 - Tverrbygda nach Oystese / Nordheimsund (446 km)

Der grosse Regen blieb aus, die ganze Nacht und auch am Morgen sah es nur bedingt nach Regen aus. Die Richtung, in welche ich fahren wollte, sah sehr gut aus, aber das heisst nicht unbedingt was, wie jeder weiss, der sich gelegentlich in Bergen aufhält. Das kann sich ruckizucki ändern. Und wie soll es auch anders sein. Die ersten 10 km hatte ich noch Asphalt, dann ging es auf Schotter, und just in dem Moment setzt ein leichter Nieselregen ein. Der Niesel hat mich auch fast die kompletten 45 km Schotterstrasse begleitet, muss man halt doppelt vorsichtig

das Wetter wusste nicht so recht was es wollte, was die Strecke umso reizvoller gemacht hat
das Wetter wusste nicht so recht was es wollte, was die Strecke umso reizvoller gemacht hat

sein. Und wie soll es anders sein, ja, kaum auf Asphalt hat der Regen aufgehört. Nebenbei noch zufällig die Arche Noah entdeckt zwischen Bygdinsee und Vinstresee. Aber der weitere Regen blieb aus, und es wurde sogar immer wärmer. In Gol noch einen Abstecher bei der Stabkirche gemacht. Diese ist aber nur ein Nachbau von 1996, die Original-Stabkirche aus dem 13ten Jahrhundert wurde 1884 nach Oslo versetzt, und ist heute Teil des Norsk Folkemuseum. Von Gol ging es weiter nach Westen. In Geilo bin ich wieder auf die Route aufgefahren, welche ich vor einigen Tagen mit Magnus gefahren bin. Über den Hardangervidda wurde es richtig stürmisch, und man musste sich konzentrieren, um nicht von der Strasse geweht zu werden. Hatte aber auch den Vorteil, dass nicht so viele andere Touristen unterwegs waren, und so habe ich dieses Mal am Vöringsfossen angehalten. Vorher bin ich noch kurz an der Staumauer vorbei, über welche ich vor 30 Jahren schon einmal gewandert bin. Nebel und Wolken zogen vom Fjord nach oben und ich hatte die Befürchtung, dass vom Wasserfall selbst nicht viel zu sehen sein wird. Aber nach den ersten paar Fotos sind die Wolken aufgerissen und der Blick war frei. So bin ich auch noch die hoch über dem Wasserfall installierte Treppenkonstruktion zum Aussichtspunkt auf der anderen Seite gelaufen um ein paar schöne Fotos machen zu können. Wenig später ging es weiter nach unten. Wieder durch die „Sauschwänzlatunnel“ und weiter nach Eidfjord. Dort hat es dann auch tatsächlich nochmal richtig angefangen zu regnen, und leider war kein wirkliche Platz um anzuhalten um den Tankrucksack wasserdicht einzupacken, wollen wir mal das beste hoffen. 15km später war der Spuk vorbei und es hat aufgehört zu regnen. Ich war kurz vor der Hardangerbrua, und diesmal wollte ich im Tunnel anhalten und den Kreisverkehr fotografieren. Zwei Ehrenrunden später am zweitenKreisverkehr nach der Brücke, war dann auch kein anderes Fahrzeug mehr in Sicht,

wird wahrscheinlich ein Toilettenhäuschen mit automatischer Spülung sein
wird wahrscheinlich ein Toilettenhäuschen mit automatischer Spülung sein

weswegen ich mich schnell an die Seite geparkt und ein paar Fotos gemacht habe. Weiter ging es, am Ende des Tunnels soll eine kleine Pension sein, die wollte ich ansteuern. Aber dann fiel mir im Tunnel noch was auf. Durch den Stopp am Kreisel, hat sich das Navi aufgehängt, und jetzt ist das kleine Motorrad obwohl ich schon 5 km weiter war, immer noch Kreise um den Kreisel gefahren. Da musste ich nochmal anhalten um das auf Video zu bannen. Lustig. Tja, die Pension war ausgebucht, die Empfehlung eines Campingplatzes war dann die nächste Möglichkeit, ich hatte schon ein paar Kilometer, und durch den Regen vorhin war ich insgesamt etwas klamm und wollte nicht mehr. Tja, aber auch der Campingplatz war voll, und so blieb mir nichts anderes übrig, als noch weiter zu fahren. 35 km hat es gedauert, dort war ein Hotel, das habe ich dann auch angesteuert. Feierabend. Erstmal alles raus legen und im Zimmer verteilen zum trocknen, die Landkarten sind etwas feucht geworden, das ist blöd, ich brauch die noch. Dann wollte ich los, mir im Supermarkt noch ein Bier kaufen, ist billiger als im Hotel. Aber oh weh, 10 Minuten zu spät, samstags nur bis 18 Uhr. Tja, dann gibt es halt kein Bier, muss ja auch nicht. Noch kurz den Tacho ablesen, um festzustellen, dass ich nur um zwei Kilometer die nächste Schnapszahl verpasst habe, und um festzustellen, dass der Vorderreifen, der von Sam schon bemängelt wurde, irgendwie nicht mehr ganz so gut aussah. Da sollte ich noch was neues organisieren.

der Nachbau der Stabkirche in Gol, das Original steht seit 1884 in Oslo
der Nachbau der Stabkirche in Gol, das Original steht seit 1884 in Oslo
ich seh einfach immer komisch aus auf Selfies
ich seh einfach immer komisch aus auf Selfies
vor ziemlich genau 30 Jahren, stand ich auch hier, damals noch ohne Geländer und Aussichtsplattformen - Voringsfossen
vor ziemlich genau 30 Jahren, stand ich auch hier, damals noch ohne Geländer und Aussichtsplattformen - Voringsfossen

Unterhalten sich zwei Norweger: "Lass uns was Verrücktes machen." "Okay, und was?" "Wir bauen nen Kreisverkehr in einem Tunnel...."
Unterhalten sich zwei Norweger: "Lass uns was Verrücktes machen." "Okay, und was?" "Wir bauen nen Kreisverkehr in einem Tunnel...."

21.06.2026, Tag 10 - Oystese nach Forsand (349 km)

Ab 7 Uhr gibt es Frühstück, bis dahin hatte ich das Motorrad schon fast fertig gepackt. Es war noch eine Horde Radler im Hotel, und irgendwie ist mir da fast der Appetit vergangen. Also wenn man schon im Hotel nächtigt, und Begleitfahrzeuge dabei hat, wie um alles in der Welt schafft man es, dass man morgens so ekelhaft nach kaltem Schweiss stinkt. Das war echt widerlich und ich hab noch extra gewartet bis die ihr Frühstück verschlungen hatten, bevor ich mich in den Speisesaal begeben hatte. Ich hätte nichts essen können, wenn ich neben so einem hätte sitzen müssen.

AEednafossen nördlich von Odda
AEednafossen nördlich von Odda

Dann ging es los, ein paar Kilometer, dann geht es mal wieder auf eine dieser Hybridfähren, die den Diesel nur noch für den Notfall anwerfen. Eine Truppe Harley-Fahrer war ebenfalls mit an Bord, was mich nach einem kurzen Gespräch gleich dazu verleitet hat, meine Route zu ändern. Durch die Tunnels durch, mit den dröhnenden Gefährten vor oder hinter mir, nein Danke. Aber die Alternativroute war umso schöner und ich war quasi allein auf der Strasse. Erst nach rund 70 km kam mir ein zweites Fahrzeug entgegen. Für die Wasserfälle in Odda habe ich aber nicht angehalten und bin dafür direkt weiter gefahren. Die geplante Route und der Besuch einer Silbermine musste aufgrund eines Felssturzes geändert werden, was aber der Streckenführung keinen Abbruch getan hat. Wenn man von den Bergen runter an die Fjorde fährt, sind die ausblicke und Strassen immer faszinierend. So kam es, dass ich einfach nur gefahren bin, den ein oder anderen Fotostopp eingelegt habe, und erst kurz vor meinem geplanten Tagesziel noch kurz überlegt habe, ob ich nicht auch zum Preikistolen wandern soll. Also fahren wir den Berg mal hoch, und schauen wie weit das ist. Vom Parkplatz aus vier Kilometer, in Motorradklamotten?! Danke, aber nein Danke. Das ist zu viel des Guten. Also, runter ging´s vom Berg und weiter bis zu meinem nächsten airBnB. Dort angekommen musste ich feststellen, dass ich nur noch ein paar Nudeln und vier Scheiben Salami hatte. Das ist nicht viel, der nächste offene Supermarkt aber über 20 km weit weg. Naja, dann muss es reichen. Und als ich nach dem Essen noch eine kleine Runde raus ging, mir die Füsse vertreten, musste ich feststellen, dass das der selbe Ort war, wo Doro, Niko und ich vor ziemlich genau elf Jahren nach eine richtigen Regentortour unsere Nacht verbracht haben.

Blick in den Folgefonna Nationalpark mit dem Folgefonna-Gletscher
Blick in den Folgefonna Nationalpark mit dem Folgefonna-Gletscher
Latefossen südlich von Odda
Latefossen südlich von Odda

22.06.2026, Tag 11 - Forsand an den Seljordsvain (390 km)

Im Urlaub den Wecker stellen muss man selten. Wenn man aber um 0600 Uhr eine Fähre erwischen muss, ist es doch ratsam. Schnell noch ein Nescafé und nebenher das Mobbed packen und los. 10 Minuten zu früh, naja, nutzen wir die Zeit und machen den Tank voll, dann kann man nachher direkt aus der pole-position starten und den Pass in Lysebotn nach oben knattern. Die Reifen haben schliesslich immer noch Profil, nicht viel, aber das reicht. Auf der Fähre selbst noch einmal beobachten dürfen, wie die Menschheit zunehmend verblödet. Da wollte sich so eine Tussi nen Tee holen. Soweit so klar; Teebeutel in den Becher und heisses Wasser drauf, ganz einfach, denkt man. Aber dann geht die drei Schritte weiter zur Kaffeekanne und macht den Becher voll. Und hat dann auch noch die Dreistigkeit, sich beim Personal darüber zu beschweren, dass der Tee nach Kaffee schmeckt.

wenn es nicht eine 8km Wanderung gewesen wäre, dann hätte ich da gestern Abend auch noch runter geschaut - Preikestolen
wenn es nicht eine 8km Wanderung gewesen wäre, dann hätte ich da gestern Abend auch noch runter geschaut - Preikestolen

Da ich noch keine Ahnung habe wo ich heute Abend stranden werde, habe ich mich an die schönen Strecke von vor elf Jahren gehalten. Aber was soll ich sagen; die Zeit hat vieles verändert. Die Landschaft ist immer noch schön, aber die kleinen kurvigen Strassen sind in weiten Teilen, breit ausgebauten regelrechten Autobahnen gewichen. Naja, einmal eingeschlagen, hat man nicht mehr so viel Möglichkeiten, morgen mittag muss ich wieder in Oslo sein. Vor elf Jahren hatten wir am Nisser-See so eine Pupsi-Fähre, die gibt es immer noch, die Abfahrt hab ich zwar verpasst, aber den „Anlegehafen“ habe ich doch nochmal kurz besucht. Von da habe ich mir dann aber doch noch kleine Strassen ausgesucht, und ich hatte noch richtig Spass am Fahren. Einmal musste ich halt wieder 20 km zurück fahren, weil eine Baustelle ein Durchkommen unmöglich machte. Aber die Alternativen waren ebenfalls super zum fahren, und der Reifen hat noch ein bisschen leiden müssen. Vorsichtshalber habe ich dann mal angehalten und mich mit Lebensmittel eingedeckt, wer weiss, ob es da wo ich heute Abend bin was gibt. Ein ruhig gelegener Campingplatz am Seljordsvain kam da wie gelegen. Das Zelt aufgebaut und mir dann die Füsse vertreten, um festzustellen, dass das eigentlich ein riesiger Campingplatz ist, mit mehreren Bereichen, mehreren Stränden, Minigolf, Fussballplatz und was weiss ich noch alles. Aber für mein Zelt und meinen Benzinkocher brauche ich das alles nicht, und nachdem ich gut gespeist habe, ging es zeitig ins Bett.

kleinste "Strassen" genutzt in der Telemark, da kann man auch einfach Pause machen wo man will
kleinste "Strassen" genutzt in der Telemark, da kann man auch einfach Pause machen wo man will
abends am Campingplatz am Seljordsvain
abends am Campingplatz am Seljordsvain

23.06.2026, Tag 12 - Seljordsvain nach Oslo zur Fähre (259 km)

Ich war früh wach, dann kann ich auch schonmal langsam zusammen packen. Lästige kleine Mückchen sind zu hunderten um mich herumgeschwirrt, weswegen ich kurz überlegt habe, ob ich tatsächlich schon so stinke wie der Radlertrupp, aber ich glaub die haben sich einfach gestört gefühlt, weil ich mich in ihrem Zuhause breit gemacht habe. Ein bisschen Zeit habe ich noch, bis ich an der Fähre sein muss. Da können wir sicher noch den ein oder anderen Haken schlagen. Und so habe ich auch geplant. In Kongsberg dann nochmal kurz einen Fotostopp eingelegt bevor ich mich auf die kleinen Strässchen machen wollte, die mich nach Oslo bringen. Aber, wenn man so dahingleitet, verpasst man gerne mal eine Abzweigung, aber da das Navi quasi sofort eine Alternative vorgeschlagen hat, dachte ich, kann es nicht so 

Nybrufoss in Kongsberg
Nybrufoss in Kongsberg

abwegig sein. Nunja, als ich dann auf zum dritten Mal auf irgendeinem Privatweg stand, habe ich doch umgedreht um auf die ursprünglich geplante Route zu kommen. Hat mich jetzt schon irgendwie wieder 30 km und 45 Minuten Zeit gekostet. Allzu oft sollte ich das nicht machen, sonst wird es doch noch eng. Wenig später war ich dann an der ursprünglichen Abzweigung. Schotterstrasse, prinzipiell kein Problem. Aber nach rund 8 km war nichts mehr festgefahren, sondern neu aufgeschottert mit hohem Sandanteil. Die Strasse wurde immer kurviger und steiler, und nach weiteren acht Kilometer habe ich erstmal einen Stopp eingelegt. Ich habe mir das sowohl auf dem Navi als auch der Landkarte angeschaut, bin die Strasse etwas entlang gelaufen um festzustellen, dass es genau so weiter geht. Und das vermutlich noch mindestens 30 km. Nunja, ich habe den Reifen gestern schon ordentlich ran genommen, und viel mehr als Slick war da nicht mehr, weswegen ich beschlossen habe, dass dieser Reifen nicht geeignet ist für solche Strassen. Also ging es erneut zurück. Hier gab es dann mal noch eine kleine Schrecksekunde, nicht nur für mich. Ein LKW-Tieflader mit 60-Tonnen-Bagger auf selbigem, kam mir in einem Affenzahn auf dieser 

nördlich von Kongsberg im Gemüse, hier habe ich dann kapituliert und umgedreht
nördlich von Kongsberg im Gemüse, hier habe ich dann kapituliert und umgedreht

unübersichtlichen Schotterpiste entgegen, und so breit war diese Strasse nicht, als dass man viel Platz gehabt hätte zum Ausweichen. Ist aber alles gut gegangen, trotzdem hat es ein Weilchen gedauert bis der Puls wieder auf einem normalen Level war. Wieder eine dreiviertel Stunde verloren. Gut, dass ich so früh los bin heute morgen. Wieder festen Asphalt unterm Reifen habe ich mich an einem Supermarkt erstmal in den Schatten gestellt und geschaut, was es sonst noch für Strecken gibt. Der Farbgebung auf der Landkarte nach entweder Schotter oder Autobahn. Tja, da musste ich mich für die Autobahn entscheiden, und bin dann die letzten 90 km auf der Autobahn nach Oslo gefahren. War ich vor vier Tagen zwei Kilometer vor der Schnapszahl, so war ich jetzt zwei Kilometer nach der Schnapszahl an der Fähre. Knapp 1,5 Stunden zu früh, aber was will man machen.

Nach dem Check-In erstmal duschen, diesmal hat auch die Zimmernummer gestimmt, und dann habe ich mir glaub ein Bier verdient. Bis zum Abendessenbuffet war noch etwas Zeit, da konnte ich dann zwischendrin auch noch die Füsse hochlegen und die Fahrt durch den Oslofjord geniessen. Das ist einfach eine wunderschöne Route, keine Ahnung ob da eine normale Kreuzfahrt dran kommt. Vielleicht die Hurtigrouten, weil man da auch in die Fjorde rein fährt, ansonsten stelle ich mir so eine Kreuzfahrt ziemlich fad vor.

Abfahrt der Fähre aus Oslo, im Hintergrund rechts Holmenkollen
Abfahrt der Fähre aus Oslo, im Hintergrund rechts Holmenkollen

24.06.2026, Tag 13 - Fährhafen Kopenhagen zum Hotel und Copenhell (8 km)

Ich glaube, ich hab ganz gut geschlafen. Zum Frühstück gab es wieder Buffet, im Urlaub mache ich das ja gerne, dann hab ich mittags nicht so ein Stress, um was zu essen zu suchen. Das hält dann gut bis abends vor. Nach dem Frühstück schon mal alles zusammen packen und über das Schiff schlendern. Als ich dann so achtern aus der Tür schaue ist da richtig was los. Zwei Militärhubschrauber kreisen im Tiefflug um und direkt über das Schiff. Der eine kommt dann über Deck und fängt an, Personen abzuseilen. Da muss ich glaub mal die Kamera holen gehen. Als ich wieder raus komme, dreht der erste Helikopter gerade wieder ab und der zweite nimmt Kurs. Der setzt aber niemanden ab, sondern, nimmt Leute auf, vermutlich dieselben. Klar, muss man ja mal trainieren, dass ich das beobachten durfte war ein schönes Schauspiel am Morgen.

Helsingor, Schloss Kronburg, angeblich bekannt aus Hamlet
Helsingor, Schloss Kronburg, angeblich bekannt aus Hamlet
Übung oder Enrstfall, auf jeden Fall spannend
Übung oder Enrstfall, auf jeden Fall spannend

Wie immer pünktlich in Kopenhagen angekommen, rolle ich von der Fähre. Nur ein paar Kilometer bis ins Hotel, wo ich mich mit Andi treffe, und von wo aus wir zum Copenhell-Festival gehen. Leider war das Zimmer noch nicht fertig und ich konnte noch nicht einchecken. Also sinnloses rumsitzen und warten und die Herren hinter der Rezeption nerven, wann ich denn ins Zimmer darf. Um kurz nach elf Uhr war es dann soweit. Erstmal die schweren Motorradklamotten los werden, dann die Wäsche zusammen sammeln und dem Wäscheservice im Hotel übergeben. Nur blöd, dass das Hotel keinen Wäscheservice hat. Naja, mir wurde erklärt wo der nächste Waschsalon ist, und eine gute Stunde später war ich mit frisch gewaschener Wäsche zurück im Hotel. Gerade als Andi ankam. Ein erstes gemeinsames Bier bevor wir dann direkt los gezogen sind in Richtung Festivalgelände. Man sollte ein Ticket für den Bus lösen, was wir für überflüssig erachtet haben. Eine halbe Stunde später an den ersten Warteschlange vorbei gelaufen, schon interessant wie sich alle immer brav direkt an der nächsten Möglichkeit einreihen. Wir sind erstmal an allen vorbei um uns dann an der kürzesten Schlange anzustellen und keine 30 Minuten später hatten wir unser Fetivalbändchen. Eine erste Erkundungstour über das Gelände, gross aber übersichtlich und gut organisiert. Kann man mit arbeiten. Und mit dem ein oder anderen Bier in der Hand haben wir uns die ersten Konzerte angeschaut.

kann ja mal passieren...
kann ja mal passieren...
offensichtlich ist auch Gevatter Tod nicht davor gefeit
offensichtlich ist auch Gevatter Tod nicht davor gefeit

Die Rückfahrt war dann etwas chaotisch. Nach einem Personenunfall ging erstmal nichts, weswegen wir uns entschieden haben, die 5 km zum Hotel zu laufen. Keine ganz schlechte Idee, denn Busse sind erstmal keine an uns vorbei gefahren, weswegen die Blockade wohl noch eine Weile länger angedauert hat. Schöner Tag, freue mich auf die nächsten hier.

25.06.2026, Tag 14 - Kopenhagen und Copenhell

Ausschlafen war angesagt, und das Hotelbett war auch gut dafür gemacht. Nach einem späten Frühstück war der Plan erstmal nichts zu tun. Das Hotel hat einen Wellnessbereich mit grossem Schwimmbad und Sauna. Na das bietet sich doch an um nichts zu tun. Das Schwimmbad war mal richtig clever. In der Mitte ein Becken für allerhand Blödsinn, und aussenrum ein Kreisrundes Becken mit gefühlt vier Schwimmbahnen. Da kommt man sich nicht in die Quere beim schwimmen, wirklich clever. Ein bisschen plantschen, ein bisschen saunieren und dann war langsam Zeit sich für das Festival zu richten.

auf dem Copenhell
auf dem Copenhell
auf dem Copenhell
auf dem Copenhell
nette Deko für jeden Garten...
nette Deko für jeden Garten...

Wieder mit dem Bus, diesmal sind wir wenigstens nicht so orientierungslos durch die Gegend geschlappt um die Bushaltestelle zu finden, da kommt man dann schneller da hin wo man will. Der Bus war aber trotzdem wieder rappelvoll, aber unsere strategisch günstige Positionierung vor dem einsteigen hat uns zumindest einen Sitzplatz beschert.

Auf dem Festivalgelände gab es immer noch neues zum entdecken, und so sind wir von Bierstand zur Bühne zum nächsten Bierstand und zur vierten Bühne marschiert, um uns die musikalischen Leckerbissen des heutigen Tages herauszusuchen, und auch um die ein oder andere neue Band, die wir noch nicht kannten zu sehen und zu hören.

Die Rückfahrt nach dem letzten Konzert hat heute besser geklappt als wie gestern, und so sind wir nicht ganz so spät, aber genauso erschöpft im Hotel angekommen.

26.06.2026, Tag 15 - Kopenhagen und Copenhell

Nicht ganz so spät wie gestern ging es heute zum Frühstück. Wir haben beschlossen, dass wir uns vom Hotel jeder ein Fahrrad mietet, um das Sightseeing-Programm besser absolvieren zu können. Und so sind wir nach dem Frühstück losgeradelt. Zuerst zum Rosenberg Schloss. Viele Touristen, teurer eintritt, schnell weiter. Plan war zum Kastell und zur Meerjungfrau, sind aber irgendwie am Theater und gegenüber der Oper raus gekommen. Nicht so schlimm, von hier kann man sich kaum verfahren. An der Amalienbourg vorbei kamen wir dann doch noch zur kleinen Meerjungfrau. Noch mehr Touristen, schnell weiter, durch das Kastell ging es zurück in Richtung Hotel, nochmal kurz lang machen, bevor es zum Festival geht.

Rosenbergschloss
Rosenbergschloss
altes Observatorium
altes Observatorium

Nach einer kurzen Entspannung im Hotel, mit Füsse hochlegen und so, ging es dann mit dem Fahrrad zum Festival. Wenn wir das Teil schon nur tageweise mieten können, müssen wir es auch nutzen. War aber okay, und nicht so stressig wie mit dem Bus. Der Fahrradparkplatz vor dem Festivalgelände war riesig. Spontan würde ich sagen 2 Fussballfelder gross und voll bis zum geht nicht mehr. Trotzdem, und auch aus Prinzip, ganz vorne findet sich bestimmt noch ein Plätzchen für unsere Fahrräder. Und so war es auch.

Erneut ging es Wechselweise vom Bierstand zu der ein oder anderen Bühne wo wir erneut tolle Konzerte geniessen konnten. Die Rückfahrt heute, mit dem Fahrrad war ebenfalls entspannt, wenngleich nach so einem Tag auch nochmal anstrengend.

Dauerkunstwerk und Teil der Festivalsymbolik am alten Werftgebäude
Dauerkunstwerk und Teil der Festivalsymbolik am alten Werftgebäude

27.06.2026, Tag 16 - Kopenhagen und Copenhell

Aufstehen und Frühstück wie gestern. Aber man merkt, dass in dem Hotel noch andere Festivalgänger untergebracht sind. Die schwächeln, denn heute war definitiv weniger los als wie gestern. Erneut haben wir uns ein Fahrrad ausgeliehen. Als erstes ging es zur Kirche „Vor Frelser

vorbereiten des Party-LKW, damit fahren die Gymnasiasten zum Abschluss den ganzen Tag durch die Stadt
vorbereiten des Party-LKW, damit fahren die Gymnasiasten zum Abschluss den ganzen Tag durch die Stadt

Kirke“. Das besondere hier ist wohl die gewendelte Treppe ausserhalb des Turms. Aufgrund einer „Veranstaltung“ konnten wir das innere der Kirche selbst nicht besichtigen, der Turm und auch die aussenliegende Wendeltreppe waren aber zugänglich. Von dort ging es ins Hippie-Viertel. Aber das ist offensichtlich mittlerweile mehr Hip als Hippie, so wie das alles aussah, möchte ich nicht wissen, was dort eine Wohnung kostet. Weiter ging es zur Skiverbrennungsanlage, oder so ähnlich. Copenhill genannt. Eine Müllverbrennungsanlage, auf welcher eine Grasskianlage aufgebaut ist, mit einer Pistenlänge von knapp 500 m und einer Höhe von rund 80 m (Pistenstart). Das Gebäude selbst ist deutlich höher, und der Zutritt frei. Muss man erstmal bauen sowas. Der Blick über die Stadt und das Festivalgelände war gigantisch, aber auch heiss. Heute sollen es knapp 30°C werden, da waren die letzten zwei Wochen geradezu erholsam, auch wenn ich gelegentlich ins schwitzen gekommen bin.

Vor Frelsers Kirke
Vor Frelsers Kirke
Sicht fast bis nach Malmo
Sicht fast bis nach Malmo
der äussere Wendelgang um die Turmspitze
der äussere Wendelgang um die Turmspitze

Nach der Skiverbrennungsanlage war noch etwas Zeit, weswegen wir nochmal zurück ins Hotel geradelt sind, obwohl wir eigentlich schon am Festivalgelände waren. Aber man muss es bei der Hitze ja nicht übertreiben und die Siesta hat gut getan. Aber auch der letzte Festivaltag bot noch ein besonderes Highlight. Wie es halt so ist, probiert man sich durch die diversen Essenstände. Hätte ich diesen vom letzten Tag schon am ersten entdeckt, hätte ich nichts anderes mehr gewollt. Ich bin immer wieder fasziniert, wie man mit doch recht minimalistischen Mitteln auf so Festivals, solche Menus zubereiten kann.

Das "Hippie-Viertel" mehr Hip als Hippie
Das "Hippie-Viertel" mehr Hip als Hippie
Müllverbrennungsanlage + Skianlage = Skiverbrennungsanlage?!
Müllverbrennungsanlage + Skianlage = Skiverbrennungsanlage?!
Blick von der Skiverbrennungsanlage über das Festivalgelände
Blick von der Skiverbrennungsanlage über das Festivalgelände

28.06.2026, Tag 17 - Kopenhagen nach Hepstedt (453 km)

Es ist Sonntag, da darf man auch etwas später aufstehen. Vor dem Frühstück habe ich schon die erste Tasche ans Motorrad gebracht, um mir dann etwas entspannter den Wanst voll zu schlagen. Um 1030 Uhr musste ich de Tiefgarage verlassen, also war zumindest diese Zeit gesetzt. Und bis alles wieder an Ort und Stelle ist, geht doch mehr Zeit vorbei als man denkt. Aber in Hektik komme ich deswegen nicht. Gut dass heute eigentlich nur geradeaus angesagt ist, in der Mitte hat der Reifen ja schliesslich noch sowas ähnliches wie Profil. Lang wird die Etappe trotzdem, der ursprüngliche Plan, hätte weitere 110 km mit sich gebracht, das hätte weder mein Reifen noch ich physisch mitgemacht. Kurz

erst an 3 km Stau vorbei gefahren und dann 30 Sekunden vor Abfahrt noch auf die Fähre gemogelt, alles richtig gemacht würde ich sagen
erst an 3 km Stau vorbei gefahren und dann 30 Sekunden vor Abfahrt noch auf die Fähre gemogelt, alles richtig gemacht würde ich sagen

vor ich an der Elbfähre war, durfte ich nochmal tanken. Und auch wenn es die günstigste Tankstelle war, die ich die letzten 200 km durch D-Land gesehen habe, so war das Benzin immer noch teurer als in Norwegen. Das kann es echt nicht sein, wie dieses Land fertig gemacht und ausgenommen wird. Wird Zeit für Veränderung. Und nach rund sieben Stunden auf dem Motorrad, fast ohne Pause, bin ich dann in Hepstedt bei Micha angekommen, auch so ein bekloppter Gespannfahrer, den ich letztes Jahr beim Gespanntreffen auf Burg Piberstein kennenlernen durfte. Ein zwei Bierchen später und nach reichlich Fleisch vom Grill, bin ich an diesem Tag glaub so spät ins Bett wie seit einem Jahr nicht mehr.

29.06.2026, Tag 18 - Hepstedt über Bokel nach Lehre (302 km)

Dass man nach so später zubettgehzeit auch etwas länger liegen bleibt ist klar. Aber irgendwann ist auch das vorbei und man steht auf und schreit nach Kaffee. Mehrere Kaffee später, habe ich mich dann auf den Weg zu meinem neuen Vorderreifen gemacht. Nur noch 200 km auf denen ich nicht angehalten werden sollte. Nunja, da es erstmal zu Micha in die Werkstatt ging, man muss ja mal gucken, waren es am Ende doch rund 300 km. Und hätte ich nicht drei Tankstellen anfahren müssen, bis ich endlich was gefunden hätte, die nicht geschlossen hatte, wären es bestimmt nochmal 10 km weniger gewesen. Und siehe da, 50 Meter hätten noch gefehlt, bis wieder eine Schnapszahl auf dem Tacho gestanden wäre. Die letzte 6 hat bereits begonnen sich einzudrehen.

von hier habe ich eigentlich nur noch Autobahn, da hätte man den Reifen auch noch drauf lassen können, oder nicht...!?!
von hier habe ich eigentlich nur noch Autobahn, da hätte man den Reifen auch noch drauf lassen können, oder nicht...!?!

Nachdem ich jetzt noch die letzten Unterhosen und T-Shirts in die Wäsche schmeissen konnte, haben wir eine kurze Internetrecherche später eine Bude gefunden, wo wir den neuen Vorderreifen aufziehen konnten, der bereits von Niko organisiert wurde und bereit lag. Also schnell das Vorderrad ausgebaut und auf dem Weg zur Hunderunde bei Ron vorbei gebracht. Er meldet sich morgen, wenn der Reifen fertig ist, war ja schliesslich auch schon nach Feierabend, wo wir den Reifen abgeliefert haben.

30.06.2026, Tag 19 - Lehre

Heute war nicht viel geplant, ein richtig fauler Tag. Viel Kaffee trinken, bissle nichts machen, Fleisch für das nächste Festival abholen und irgendwann den Vorderreifen bei Ron abholen und wieder montieren. Spät am Nachmittag kam dann noch Vinnie vorbei, und wir haben schonmal begonnen für das Festival morgen vorzuglühen. Aber nur dezent, muss ja noch fahren.

01.07.2026, Tag 20 - Lehre nach Ballenstedt und Rockharz (106 km)

Wieder gab es viel Kaffee zum Frühstück. Kurz nach 8 Uhr kam Vinnie bereits vorbei, der mit Doro dann zum Rockharz fahren will. Ich habe mein Mobbed gepackt und bin extra gefahren. Um kurz nach 10 Uhr ging es für mich los. Hoffentlich ohne Regen, und hoffentlich kann ich ohne Regen mein Zelt aufbauen. Knapp zwei Stunden später bin ich auf der reservierten Campingfläche eingetrudelt. Ich wurde etwas skeptisch angeschaut, „was will der Motorradfahrer auf unserem Campingplatz so laut hupend?“, und dann war die Überraschung gross.

kurz vor Halberstadt - das gute an dem Wetter ist, man sieht die dämlichen Windmühlen nicht, die hier die Landschaft verschandeln
kurz vor Halberstadt - das gute an dem Wetter ist, man sieht die dämlichen Windmühlen nicht, die hier die Landschaft verschandeln

Bis auf Doro und Vinnie wusste keiner, dass ich das Festival ebenfalls auf meiner Liste hatte, und wieder Teil von Camp Sonnenschein bin. Auch die Freude war gross und man musste selbstverständlich gleich mal darauf anstossen. Schnell habe ich mein Zelt aufgebaut, und dann kamen Doro und Vinnie. Kaum stand das Zelt von Vinnie und der Pavillon, hat es angefangen zu schütten und zu winden, dass wir alle gut damit beschäftigt waren, die noch nicht ideal verzurrten Pavillons festzuhalten. Nach rund 15 Minuten war der Spuck vorbei und der Campaufbau ging weiter. Es haben immer noch ein paar Leute gefehlt bis wir vollständig waren, aber man kann ja schon mal sein Festivalbändchen holen und ein Bierchen trinken oder so. Als der Rest der Truppe eintraf, war natürlich auch hier die Überraschung ob meiner Erscheinung gross und freudig, und nachdem das letzte Zelt und der dritte Pavillon aufgebaut waren, ging es auch schon ab zum Infield, die ersten Konzerte schauen.

wir musste kurz befürchten, dass unser Camp Sonnenschein davon gespült wird
wir musste kurz befürchten, dass unser Camp Sonnenschein davon gespült wird
aber wir hatten Spass dabei
aber wir hatten Spass dabei

Abendstimmung am Rockharz
Abendstimmung am Rockharz

02.07.2026, Tag 21 - Rockharz

Als Frühaufsteher war ich auch hier einer von den Ersten. Zumindest aus unserem Camp. Man nutze die Gelegenheit und gehe duschen, um diese Uhrzeit ist noch nicht so viel los, und auf dem Rückweg kann ich mir ja schonmal nen Kaffee holen. Bis der Kaffee im Camp fertig ist, dauert es noch bestimmt bis 0900 Uhr. Und so war es auch. Aber, wir haben dann auch recht früh den Grill angeworfen, wozu kauft man denn lecker Fleisch, wenn nicht zum Frühstück. Der campeigenen Wanderstrupp wird aber auch alt und langsam, und so kam es, dass wir eigentlich statt Frühstück erst zum Mittag den Grill angefeuert haben. Aber macht ja nichts, man kann ja ein flüssiges Bier zu sich nehmen in der Zwischenzeit. Allerdings musste man hier aufpassen, denn das neue Camp-Maskottchen „Muffi“, war der reinste Alkoholiker, und schwupps war wieder ein Bier leer, ganz unerwartet. Im Infield war es nicht besser, Muffi, total betrunken, hat sich dann mit einem Einhorn angelegt, und es erst ordentlich vermöbelt und dann die nicht jugendfreien Dinge getrieben. Es ist alles dokumentiert, da kommt er nicht mehr raus. Die Konzerte waren anstrengend aber toll, grösstenteils anderes Line-Up als in Kopenhagen, aber auch ein paar Überschneidungen, weswegen ich es total entspannt angehen konnte.

Muffi der Camp-Alkoholiker...
Muffi der Camp-Alkoholiker...
...sorgt bei manchem für entsetzte Blicke...
...sorgt bei manchem für entsetzte Blicke...
...und Panik, oder ähnliches
...und Panik, oder ähnliches

03.07.2026, Tag 22 - Rockharz

Früh aufzustehen hat schon was. Der Wanderstrupp wurde heute entlastet und wir haben ein Campeigenes Taxi ins Leben gerufen, welches dann nach Ballenstedt gefahren ist um die Brötchen zu holen. Das ging deutlich schneller und Muffi hatte nicht die Gelegenheit uns allzu viel Bier wegzutrinken. Heute waren nochmal zwei Konzerte, wo klar war, dass es ein bisschen ausarten wird. Mit schubsen und tanzen und zappeln. Aber auch das war wieder genial, zumal einem endlich mal warm wurde. So kalt muss es dann im Sommer auch wieder nicht sein. Aber, wie ich finde, besser als wie zu heiss.

Konkurrenz duldet Muffi allerdings nicht
Konkurrenz duldet Muffi allerdings nicht
Airbourne
Airbourne
Airbourne
Airbourne

04.07.2026, Tag 23 - Ballenstedt nach Bruchsal (544 km)

Eigentlich ist heute erst der letzte Festivaltag. Da es aber maximal eine Band gab, die ich mich gefreut hätte zu sehen, habe ich beschlossen bereits heute abzureisen, und entspannt in zwei Etappen nach Hause zu fahren. Bereits um 0900 Uhr war alles gepackt und ich abfahrbereit. Nachdem ich mich von allen verabschiedet hatte ging es los. Es war recht kühl, teilweise Regen vorhergesagt. Aber je weiter ich nach Süden kam, desto wärmer wurde es. Bei Bad Langensalza war ich dann etwas verwirrt und anschliessend verärgert. Baustelle und gefühlt keine vernünftige Ausschilderung der Umleitung, die ersten sinnlosen 40 km kreuz und quer, bis ich wieder einigermassen auf Kurs war. Der Ärger ist allerdings geblieben, da ich ja wusste, dass ich noch eine ordentliche Strecke vor mir hatte. So kam es, dass ich in Eisenach, keine Lust hatte einen kurzen Zwischenstopp einzulegen um auf der Wartburg vorbeizuschauen. Nicht mal für einen Fotostopp, weil ich mitten in der Stadt auf der Hauptstrasse ja nicht einfach anhalten kann, was mich zusätzlich geärgert hat. Gut, dass ich mich später über mich selbst geärgert habe. Aber egal, muss ich halt extra mal herfahren. Anfang August wäre ja unweit von Eisenach ein kleines Familienorganisiertes Travellerevent. Vielleicht nehme ich daran teil. Aber ab der Rhön kannte ich mich ja weitestgehend aus. Vor Jahren war ich ja öfter hier zwischen Rhön und Spessart und hatte noch viele schöne Ecke im Kopf. Und so kam es wie es kommen musste. Aus grob geplanten 430 km wurden am Ende dann doch 540 km. Und irgendwie bin ich mit Bruchsal in einer Ecke gelandet, die für morgen nicht wirklich viel Spielraum auf Kurven lässt, wenn man nicht sehr weit ausholt. Mal schauen zu was ich Lust habe.

05.07.2026, Tag 24 - Bruchsal nach Hause (239 km)

Frühstück um 0700 Uhr, das Motorrad ist bereits gepackt und die Temperaturen noch erträglich. Was temperaturtechnisch aber angekündigt ist, verheisst nichts Gutes, weswegen ich beschlossen habe, die letzten paar Kilometer auf der Autobahn zurück zulegen. Und je weiter ich nach Süden kam, desto wärmer wurde es und die Motivation noch weiter zu fahren sank. Trotzdem musste ich nochmal runter von der Autobahn zum tanken. Den selben Weg zurück auf die Bahn wollte ich nicht, also die nächste Auffahrt erst. Aber darüber habe ich mich wirklich geärgert. Diese sinnlosen 30er-Zonen durch jede Ortschaft. Man kommt nicht vom Fleck ist mehr mit Gas geben und bremsen beschäftigt, als sonst irgendwas. Lärmschutz ist dadurch sicher nicht gegeben und für die Umwelt wäre eine gleichmässigere Fahrweise mit Sicherheit auch besser. Aber so ist das halt in einem Land voll Dichter und Denker oder Neuerdings voller ätzender Klugscheisser und Gutmenschen. Nunja, nach knapp 240 km und der Ehrenrunde um den Block, habe ich das Motorrad mit der nächsten Schnapszahl in der Tiefgarage geparkt – 329.555 km auf der Uhr.

nach wieviel Schnapszahlen in den vergangenen drei Wochen, ist es nur logisch, dass es mit einer solchen abgestellt wird
nach wieviel Schnapszahlen in den vergangenen drei Wochen, ist es nur logisch, dass es mit einer solchen abgestellt wird
war es beim Abstellen des Motorrad in der Tiefgarage noch recht kühl, kam der Schock in der Wohnung
war es beim Abstellen des Motorrad in der Tiefgarage noch recht kühl, kam der Schock in der Wohnung

Epilog

In Summe bin ich jetzt also 5.708 km gefahren. Dabei waren es nur 15 Fahrtage – ohne Tag 1 und Tag 13, also durchschnittlich 380km pro Tag.

 

Also ich hatte meinen Spass, und ich hoffe ihr auch. Wenn es euch gefallen hat, lasst mir gerne einen Kommentar im Gästebuch. Vor allem die, wo ich unterwegs getroffen habe. Als Reisende hat man sich doch immer wieder was zu erzählen.

 

Viele Grüsse

 

Euer Ecki

 

 

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